Mehr als 15 000 Atomkraftgegner und Friedensaktivisten kamen am Wochenende (25. April 2011) zum Ostermarsch nach Gronau. Unter ihnen auch viele LINKE-Mitglieder aus dem Kreis Warendorf und aus ganz NRW. In lautstarken Sprechchören forderten sie immer wieder „Abschalten".
"Die Uranfabrik steht am Anfang der weltweiten Atommüllspirale", hatte der atompolitische Sprecher des Bundesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz, Udo Buchholz, schon seit Jahren gemahnt: "Hier wird das Uran für den Einsatz in den Atomkraftwerken vorbereitet." Der im Widerstand ergraute Buchholz stammt aus Gronau und wohnt nur wenige hundert Meter von der Anlage entfernt. Seine Forderung: "Wer den Atomausstieg will, muss auch die UAA dichtmachen."
Doch die Anlage wird seit Jahren ausgebaut. Derzeit versorgt die Gronauer UAA allein mehr als 7 Prozent des Weltmarkts für angereichertes Uran, das im wenige Kilometer entfernten Lingen zu Brennstäben für Atomkraftwerke weiterverarbeitet wird. Ende 2011 soll die Uranfabrik bis zu 35 große Meiler mit atomarem Brennstoff beliefern können. [...]
Außerdem sichert die Anlage zumindest theoretisch Deutschlands Zugang zur Atombombe: Technisch wäre auch die Produktion von waffenfähigem Material möglich. "In Gronau behält sich Deutschland die technische Möglichkeit der Atomwaffenproduktion vor", sagt Joachim Schramm von der Deutschen Friedensgesellschaft. "Die Anlage symbolisiert wie keine andere die Verbindung zwischen Anti-Atom- und Friedensbewegung", sagt auch die einstige grüne Bundestagsabgeordnete Marita Wagner, die mittlerweile für die Linken im Gronauer Stadtrat sitzt. Denn seit die ehemalige rot-grüne Landesregierung des Sozialdemokraten Peer Steinbrück 2005 den Ausbau der UAA genehmigte, spielen die Grünen in Gronau keine Rolle mehr. Nicht einmal einen Ortsverband gibt es noch.