Das etwas in der Schullandschaft in Ennigerloh geschehen muss, war unbestritten am Freitag Abend, den 8.4.2011. DIE LINKE hatte ins HabRock-Cafe geladen um über „die beste Schule für Ennigerloh“ zu diskutieren. Gunhild Böth, schulpolitische Sprecherin der LINKEN im Landtag NRW, Peter Kumpf, GEW Kreis Warendorf, Ingrid Hohmann de Palma, GAL Ennigerloh und Reiner Jenkel, Linksfraktion Ahlen, waren der Einladung gefolgt.
Ingrid Hohmann de Palma von der GAL fasste Anfangs die Lage in Ennigerloh zusammen. Die Hauptschule sei einfach nicht mehr gefragt, die Anmeldezahlen seien seit Jahren rückläufig. Reiner Jenkel, Linksfraktion Ahlen, selbst Lehrer an einer Hauptschule, brachte die Grundhaltung der Podiumsteilnehmer auf den Punkt: „Das dreigliederige Schulsystem gehört genauso abgeschafft wie die Atomkraft! Wer ein sozial gerechtes Bildungssystem will, für den kann es keine Alternativen zu Gemeinschafts- und Gesamtschule geben.“ Beide Schulformen bieten Kindern die Möglichkeit des längeren gemeinsamen Lernens. Wissenschaftliche Studien belegen, dass so die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler nicht einschränkt und gleichzeitig aber Leistungsschwächere mehr gefördert werden.
Gunhild Böth, MdL, ging im folgenden auf die Unterschiede zwischen Gemeinschafts- und Gesamtschule ein. Sie warnte davor sich überstürzt festzulegen: „Die Landesregierung hat der Gemeinschaftsschule vorerst gute Bedingungen eingeräumt. Diese müssen jedoch bald gerechtfertigt werden. Wieso werden Gemeinschaftsschulen den Gesamtschulen bevorzugt?“
Die Gemeinschaftsschule ist derzeit in NRW als Schulversuch möglich. MdL Böth gab zu bedenken: „Bei der Einrichtung muss der Schulträger ein Gymnasium suchen, dass mit der neuen Gemeinschaftsschule kooperiert. Denn man muss den Schülerinnen und Schülern von Anfang an die Garantie geben, das sie an der Schule auch ein Abitur machen können.“ Das könne zum Problem werden, zumal die in Frage kommenden Gymnasien allesamt in Nachbargemeinden lägen. „Dagegen wäre bei den Schülerzahlen in Ennigerloh die Einrichtung einer Gesamtschule mit eigener Oberstufe möglich.“ Peter Kumpf lenkte den Blick von Ennigerloh auf den Kreis: „Im Kreis Warendorf gibt es nur eine Gesamtschule. Allein mit den Schülern, die dort jedes Jahr abgelehnt werden kann man schon eine zweite füllen.“ Wigand Busse, Moderator der Runde, hob zum Schluss noch einmal die Gemeinsamkeiten hervor: „Die Zukunft der Schule in Ennigerloh muss inklusiv sein. Eine gemeinsame Schule für Hochbegabte , Behinderte und Migranten, für Kinder aus allen Schichten der Bevölkerung ist ein Gebot der Demokratie und der Menschenrechte.“