22. Juli 2010

Einsatz für längeres gemeinsames Lernen geht weiter

Wigand Busse, Vorstandsmitglied des Ortsverbands DIE LINKE Ahlen, erklärt zu den Äußerungen Berni Reckers, MdL, in der Ahlener Zeitung vom 20.07.2010:


In Hamburg hat eine elitäre, konservative Elterngruppe eine in den Grundzügen vernünftige Schulreform auch mittels falscher Behauptungen zu Fall gebracht.  Doch dass der Landtagsabgeordnete Berni Recker hier in NRW versucht, in das gleiche Horn zu blasen, können wir nicht akzeptieren. Wenn er behauptet, dass es keine wissenschaftlich fundierten Beweise für die Vorteile von längerem, gemeinsamen Lernen gäbe, dann irrt Herr Recker. Internationale Vergleiche sprechen eine andere Sprache. Auch Herrn Recker muss bekannt sein, dass das Schulsystem in Deutschland eines der sozial ungerechtesten in Europa ist. Nirgendwo sonst haben Kinder aus Arbeiterfamilien und Kinder aus Einwandererfamilien so geringe Chancen auf gleichwertige Schulabschlüsse. Eine Entscheidung über die weiterführende Schule schon nach der vierten Klasse ist nur selten gut für Schülerinnen und Schüler, sondern  fördert nur die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft.


Daher wird sich DIE LINKE auch weiterhin für eine gerechtere Gestaltung des Schulsystems einsetzen. Dabei gilt es, die Menschen mitzunehmen auf den Weg, dass „Längeres gemeinsames Lernen möglichst für alle als Gewinn erfahrbar sein muss!“

mehr zum Thema:
  • Berni Recker, MdL, hatte in der Ahlener Zeitung vom 20.07.2010 unter der Überschrift "Die Eltern wollen keine Einheitsschule" sich zur schulpolitischen Zukunft in NRW geäußert. Dabei verwies der CDU-Politiker auf Expertenanhörungen im Landtag, nach denen es keine wissentschaftlich fundierten Beweise gebe, dass längeres gemeinsames Lernen vorteilhaft für die Kinder sei. Weiter unterstrich er, dass unterschiedlich begabte Kinder einer angemessenen Förderung bedürfen. Dies wäre durch das mehrgliedrige Schulsystem am besten zu erreichen.

Ahlener Infoabend mit Birke Bull: "Das gegliederte Schulsystem selbst ist eine große Lernbarriere"