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Stefan Kubel: "...es gibt noch viel zu tun..."

Für einen echten Atomausstieg

Knud Vöcking (sprach dieses Mal für urgewald) und Stefan Kubel (von der Gruppe für sofortigen Atomausstieg, Sofa Münster)

„Wir fordern einen Atomausstieg – aber einen sofortigen und einen echten,“ stellte Stefan Kubel von der 'Gruppe für sofortigen Atomausstieg Münster' am Dienstag Abend, den 6.3., bei einer Veranstaltung der Ennigerloher LINKEN klar. Unter dem Titel „der schwarz-gelbe Atomausstieg – Wende oder Mogelpackung“ mahnte auch Knud Vöcking von 'urgewald': „Ohne Druck aus der Bevölkerung kann das Rad ganz schnell wieder zurück gedreht werden!“

In dem Punkt waren sich beide Referenten einig. Eine Festschreibung des Atomausstiegs in die Verfassung wäre nötig. „Der Betreiber eines Atomkraftwerks verdient, bei normalen Betriebsbedingungen, ungefähr eine Million Euro pro Tag mit seinem Kraftwerk. Ich kann mir vorstellen, dass die Großkonzerne einiges in die Waagschale werfen um diese Gewinne weit möglichst auszudehnen,“ erklärte Kubel den Zuhörern.

„Derzeit laufen noch über die Hälfte der deutschen Atomkraftwerke. Und das sollen sie zum Teil sogar noch bis 2020. Eine echte Energiewende sieht anders aus,“ so Kubel weiter. Besonders ärgere ihn, der derzeitige Streit über die Förderung von Solarstrom. Dabei bliebe oft unbemerkt, dass die derzeitige Umverteilung der Subventionsgelder zugunsten von Großprojekten, wie zum Beispiel Offshore-Windparks, stattfinde. „Das läuft gegensätzlich zum eigentlichen Ziel: die dezentrale Versorgung mit Energie.“

„Viele wissen gar nicht, dass der deutsche Staat für neue Atomkraftwerke im Ausland bürgen,“ sagte Knud Vöcking. „Derzeit gibt es eine Zusage über 1,3 Mrd. Euro für das AKW Angra3 in Brasilien. Nach deutschen Standards ist es nicht genehmigungsfähig. Weitere Bürgschaftspläne gibt es für AKWs in Indien, Großbritannien, Finnland und China. Damit wird der Ausstieg hier zur Farce.“ urgewald hat dagegen eine Protestkampagne gestartet, die bereits von zigtausenden Bürgern durch Postkarten und Emails unterstützt wird. Ziel ist es, jegliche deutsche Finanzierung von Atomprojekten zu verhindern.

Eine wichtige Möglichkeit, die aktuelle Energiepolitik zu kritisieren, sei die Großdemo am 11.März in Gronau anlässlich des ersten Jahrestages der Atomkatastrophe in Fukushima. Schließlich werde ein beträchtlicher Teil der Atomkraftwerke weltweit mit dem Brennstoff aus der dortigen Urananreicherungsanlage betrieben. DIE LINKE im Kreis Warendorf ruft daher alle Menschen zur Teilnahme auf, um bundesweit ein deutliches Zeichen gegen alle Arten von Atomenergie zu setzen!