Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Antrag der Fraktion DIE LINKE
Betr.: Schulentwicklung

Ahlen, 7.6.2011

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Ruhmöller,

die Fraktion DIE LINKE beantragt, in der nächsten Ratssitzung zu beschließen, die Arbeit in der Lenkungsgruppe integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung fortzusetzen, mit der Zielsetzung zwei integrierte Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe unter Einbeziehung des Städtischen Gymnasiums zu gründen.

Begründung:

Die bisher geplante Errichtung einer Gemeinschaftsschule mit Beteiligung der Realschule, der Bodelschwingh- und der Geschwister-Scholl-Schule würde nur einen halbherzigen Schritt in Richtung längeren gemeinsamen Lernens bedeuten. Da für diese Gemeinschaftsschule keine gymnasiale Oberstufe vorgesehen ist, ist davon auszugehen, dass nur wenige Kinder mit einer Empfehlung für das Gymnasium an dieser neuen Schule angemeldet werden. Diese Schule würde sich zwangsläufig zur neuen „Restschule“ entwickeln!

Würde man zwei Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe gründen, hätte man in diesen beiden Schulen eine Mischung aus Schülerinnen und Schülern mit Empfehlung für die drei bisherigen Formen des dreigliedrigen Schulsystems. Wie das Beispiel der Ahlener Gesamtschule seit Jahren zeigt, sind solche Schulen, in denen unseres Erachtens nach selbstverständlich gemeinsames Lernen bis zum 10. Schuljahr stattfinden muss, bestens geeignet, lernstarke und lernschwache Schülerinnen und Schüler gleichermaßen zu fördern. Die Gründung zweier Gemeinschaftsschulen unter Einbeziehung des Städtischen Gymnasiums hätte zur Folge, dass es sich dabei um echte und damit auch zukunftsorientierte Gemeinschaftsschulen handeln würde.

Das pädagogische Konzept längeren gemeinsamen Lernens ist in fast allen Industrieländern so gut wie unumstritten. Nur Österreich und in Deutschland halten immer noch am drei- (und demnächst zwei-?) gliedrigen Schulsystem fest. Die Frage nach einem effektiveren (!) Schulsystem sollte möglichst ideologiefrei behandelt werden. So sagte z. B. der Präsident des baden-württembergischen Handwerks Joachim Möhrle nach der Landtagswahl in einem taz-Interview zu den Absichten der neuen grün-roten Landesregierung: „Ich finde es gut, weil wir das Prinzip der neuen Gemeinschaftsschule schon seit Langem propagieren. Wir wollen, dass die Schüler länger zusammenbleiben und so Restschulen vermieden werden. … In der alten Landesregierung war die dreigliedrige Schule halt ein Dogma. Da hatten wir keine Chance mit unseren Vorstellungen von einer Basisschule, die bis zur neunten oder zehnten Klasse alle Schüler zusammen unterrichtet und sich dann in einen beruflichen und in einen allgemeinbildenden Zweig mit Abiturmöglichkeit aufspaltet. ...“

Weitere Begründungen können mündlich erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Reiner Jenkel

Vorsitzender der Ratsfraktion DIE LINKE