Agnes-Miegel-Weg soll zum Margot-Friedländer-Weg umbenannt werden – Ein klares Zeichen gegen das Vergessen

Javier Ignacio Garcia

Die Linke Warendorf: Agnes-Miegel-Weg soll zum Margot-Friedländer-Weg umbenannt werden – Ein klares Zeichen gegen das Vergessen

Die Linke Warendorf fordert, dass in der aktuellen Debatte um die Umbenennung von vier historisch belasteten Straßennamen, der Agnes-Miegel-Weg in Margot-Friedländer-Weg umbenannt wird. Damit würde die Stadt ein starkes Zeichen für eine gelebte Erinnerungskultur und gegen jede Form des Antisemitismus und Geschichtsvergessens setzen.

Die bisherige Namensgeberin, Agnes Miegel, war nicht nur eine bekannte Schriftstellerin, sondern auch eine glühende Anhängerin des Nationalsozialismus und Mitglied der NSDAP. Ihre Verherrlichung der NS-Ideologie macht sie als Namenspatronin für eine öffentliche Straße untragbar.

Mit der Umbenennung würde die Stadt nun Margot Friedländer ehren, eine Überlebende des Holocaust, deren Leben und Wirken für Menschlichkeit, Toleranz und das Erinnern an die Schrecken der Shoah stehen. Friedländer, die 1944 verhaftet und ins Vernichtungslager nach Theresienstadt deportiert wurde, überlebte die Nazi-Diktatur und engagierte sich bis zu ihrem Tod am 09.05.2025 aktiv gegen das Vergessen. Sie wurde 103 Jahre alt. Ihre Botschaft „Was für eine Welt wollt ihr haben?“ und ihr Aufruf „Seid Menschen!“ sind heute aktueller denn je und haben an Dringlichkeit und Bedeutung zugenommen.

Ein Zeichen für die Zukunft

„Die Umbenennung des Agnes-Miegel-Wegs ist ein wichtiger Schritt, um unsere Straßennamen und damit unser öffentliches Gedenken auf den Prüfstand zu stellen. Es geht darum, eine klare Haltung zu zeigen: Für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und gegen die Verharmlosung von Tätern und deren Mitläufern“, so die Partei DieLinke.

Die Linke Warendorf ruft alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich aktiv in die Debatte, um eine gelebte Erinnerungskultur einzubringen. „Die Umbenennung ist nicht nur ein Zeichen der Würdigung und Ehrerweisung für das Leben und Wirken von Margot Friedländer, sondern auch ein Aufruf, Verantwortung für unsere Geschichte zu übernehmen, aus ihr zu lernen und humanistische Werte zu leben“, so DieLinke weiter.

Erinnerungskultur bewahren

Die Linke Warendorf bedankt sich ausdrücklich bei allen Beteiligten, die sich am Umbenennungsprozess beteiligen. Dabei gilt den Mitgliedern des Bürgerrates ein besonderer Dank. Diese haben sich aktiv und ehrenamtlich am Prozess beteiligt und haben somit zur Belebung der demokratischen Zivilgesellschaft beigetragen. Wir sehen darin einen wichtigen Beitrag, um auch künftigen Generationen die Notwendigkeit eines wachen und kritischen Blicks auf unsere Vergangenheit zu vermitteln und diese Verbrechen an der Menschlichkeit nie wieder geschehen zu lassen.

gez. Javier Ignacio Garcia

Sachkundiger Bürger im Kultur- und Schulausschuss der Stadt Warendorf