Liebe Genossinnen und Genossen
hiermit erhaltet ihr die 10. und letzte Ausgabe des LINKSINFO im Jahr 2011. Ich hoffe, ihr habt in dem zurückliegenden ereignisreichen Jahr das ein oder andere Mal die Zeit zum schmökern gefunden. Wenn nicht, dann aber hoffentlich jetzt "über die Tage".
Unser Büro ist in der Zeit von 22.12. bis zum 6.1. nicht regelmäßig besetzt. In dringenden Fällen erreicht ihr uns aber über die gewohnten Mail-Adressen: kreisvorstand@dielinke-kreis-warendorf.de und buergerbuero@dielinke-kreis-warendorf.de.
Nun wünschen wir allen GenossInnen, SympathisantInnen, KollegInnen und FreundInnen schöne Weihnachten und freuen uns auf ein LINKES Jahr 2012!
P.S.: Es sind noch wenige Exemplare des LINKEN Wandkalenders zu haben. Wer also nie wieder den "Equal Pay Day" oder die "Liebknecht-Luxemburg-Ehrung" (und noch mehr LINKE Termine) verpassen möchte, der schicht einfach eine Mail und holt das gute Stück ab Januar im Büro ab.
Kreistagsfraktion Warendorf
Mehr Geld im Sozialbereich
In seiner Rede zum Haushalt 2012 des Kreises am 16.12.2011 betonte Stephan Schulte, Fraktionsvorsitzender der LINKEN, dass man mit hohen Erwartungen den neuen Aufgaben, die die Optionskommune mit sich bringen, entgegen sehe: „Wir werden also in der Lage sein, Arbeitsmarktpolitik aktiv mitzugestalten.“ Ausserdem unterstrich er nochmals die LINKE Forderung nach personeller Stärkung des Kreisjugendamts.
Noch vor seiner Rede erhielt Stephan von Markus Diekhoff, jenem FDP-Fraktionsvorsitzenden, der die Einführung eines Sozialtickets für ungerecht hält, das Prädikat: „Zwei Jahre knallhartes FDP-Bashing." Und so galt den "Liberalen" auch ein Absatz in der Rede, den Stephan mit „Jetzt komme ich zu meinem Lieblingsthema – der FDP," einleitete.
Die komplette Rede zum nachlesen oder hier die Zusammenfassung:
Der 01.01.2012 ist der Stichtag. Zu diesem Datum wird der Kreis Warendorf zur Optionskommune. Dies sei eine enorme Verantwortung, kommentierte Schulte das nahende Ereignis. „Meine Fraktion wird Bemühungen, die den Betroffenen zugutekommen, mit aller Kraft unterstützen“ versicherte er.
Ausserdem fordere DIE LINKE Kreistagsfraktion eine sinnvolle Nutzung der Mittel, die durch den Schuldenabbau freigesetzt werden können. Allein durch die wegfallende Zinsbelastung könnten 40.000 € direkt an das Ressort des Jugendamts fließen. Dort würden sie dringend benötigt. Der von der Gemeindeprüfungsanstalt NRW festgestellte zusätzliche Personalbedarf im Jugendamt müsse dringend beseitigt werden.
Gerade die Tätigkeit des Jugendamtes sei für die Hilfesuchenden von mitunter existentieller Bedeutung, erklärte Schulte das Vorhaben der Fraktion. „Es geht dabei nämlich tatsächlich nicht nur darum, ob zum Beispiel ein Jagdschein pünktlich zum Aufgang der Bockjagd verlängert ist oder nicht. Nein! Für ein Kind in einer möglicherweise schier unerträglichen Situation können auch wenige Tage durch Arbeitsüberlastung bedingte Untätigkeit die pure Hölle sein. Das darf es in unserem Kreis nicht geben!“
Bevor Stephan Schulte dem Kreishaushalt zustimmte betonte er noch einmal, dass es ihn sehr freue das der Kreis weiterhin seine Schulden tilge und das ohne Leistung für die Menschen zu verringern. Der Rückendeckung seines Kreisverbands konnte sich Stephan Schulte dabei gewiss sein. Seine Fraktion hatte ihr Stimmverhalten im Rahmen einer extra anberaumten Informationsveranstaltung am 12.12.2011 mit der Basis abgestimmt.
Sarrazin in Ahlen
Thilo hau ab, wir brauchen dich hier nicht!
„Wir haben unser Ziel mehr als erreicht. Wir konnten zeigen, dass es in Ahlen auch aufgeklärte Leute gibt, die dem einfachen Weltbild des Thilo Sarrazin nicht gedankenlos hinterher rennen.“
Schon früh hatten wir die öffentliche Diskussion um die Veranstaltun angestoßen, indem wir von der Mittelstandsvereinigung forderten, Sarrazin wieder auszuladen.
Es folgten einige Leserbriefe und Stellungnahmen quer durch die Partei-Landschaften. In der Folge gründete sich ein durch uns initiertes Bündnis. Mit von der Partie waren dabei vor allem PariSozial, das Antifa-Netzwerk im Kreis Warendorf und wir LINKE. Während sich die SPD nicht bemüßigt fühlte sich zur Veranstaltung zu positionieren, stand für uns schnell fest: "Wir werden öffentlich zeigen, dass wir gegen rechte Hetzer wie Sarrazin sind."
Besonderen Dank an dieser Stelle für die ausgezeichnete Bündnisarbeit geht an Reiner Jenkel und Wigand Busse. Dirk Tutat meldete die Kundgebung an und leitete sie dann auch (mit den dazu gehörigen Diskussion mit der Staatsmacht).


Zwischen 250 und 350 Menschen fanden sich schließlich zur Kundgebung auf dem nicht beleuchteten Rathausvorplatz ein. Da die Stadt uns keinen Strom zur Verfügung stellen wollte, wurden die Redebeiträge mithilfe unseres (alten) Megaphons gehalten. Die Stimmung war gut und wurde von einem extra angereisten WDR-Team eingefangen. Hanno Jenkel brachte das Meinungsspektrum in seinem Redebeitrag gut auf den Punkt: "Thilo hau ab, wir brauchen dich hier nicht!"
Wie zu erwarten erhielten die Sarrazin-Anhänger draußen vor der Stadthalle Beifall von hiesigen und extra angereisten Nazis. Diese flüchteten jedoch schnell, als sie sich einer großen Menge von Integrations-Befürwortern gegenüber sahen. Nur wenig später schoss sich Sarrazin drinnen, in der Stadthalle, wieder auf Migranten ein.
Im Nachgang zur Kundgebung erörterte Reiner Jenkel nochmals die Haltung der Stadt in einem offenen Brief an Ahlens Bürgermeister Ruhmöller:
Ist diese angestrebte Neutralität der Stadt wirklich gegeben?
An diesem Abend fand eine Veranstaltung mit dem Rechtsaußen Thilo Sarrazin in der Stadthalle statt, während draußen auf dem Rathausplatz sich eine Menschenmenge einfand, um dem eine Alternativmeinung entgegen zu setzen. Soweit, so demokratisch.
Jetzt muss man jedoch bedenken, dass die Stadthalle eine 100 % Tochter der Stadt Ahlen ist. Mit einer Anmietung durch die Mittelstandsvereinigung der CDU für eine derartige Veranstaltung hat die Stadt bzw. Sie als Bürgermeister kein Problem. Ich im übrigen auch nicht.
Doch sehe ich dann keinen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot wenn man nun der Kundgebung auf dem Rathausplatz gegen ein Entgelt einen Stromanschluss zur Verfügung gestellt hätte. Genau dann hätte sich die Stadt neutral verhalten und beide Seiten gleichberechtigt behandelt.

Fracking
„Die CDU will das riskante Fracking-Verfahren zur Förderung von Erdgas in Deutschland ermöglichen", kritisiert MdB Ingrid Remmers (LINKE) den geplanten Antrag der Unions-Bundestagsfraktion. „Die Gewinninteressen der Erdgas fördernden Unternehmen wiegen dabei wohl schwerer als die realen Gefahren für Mensch und Umwelt, die von dieser Technologie ausgehen.“ Die LINKE fordert dem entgegen ein Verbot des Hydraulic Fracturing, kurz Fracking.
„Besonders ärgert mich, dass die Genehmigungen der Bohrungen auch noch weitestgehend ohne Beteiligung der betroffenen BürgerInnen erteilt werden sollen. Das heißt, die BürgerInnen werden im Großteil der Fälle erst informiert, wenn die Genehmigung schon erteilt ist. Ist das die Bürgerbeteiligung und Transparenz, die uns in diesem Zusammenhang versprochen wurde?“, fragt Ingrid Remmers. Die CDU strebt laut Medienberichten eine Regelung an, die zunächst eine behördeninterne Prüfung der Anträge vorsehe. Eine generelle Umweltverträglichkeitsprüfung mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sei in dem Antrag nicht vorgesehen.
In NRW hatte die Landesregierung auf Druck von Bürgerinitiativen zuletzt ein Moratorium verhängt und eine wissenschaftliche Studie zum Thema in Auftrag gegeben. „Diese Zeit scheint die CDU nutzen zu wollen. Noch vor Fertigstellung der Studie soll das Verfahren geregelt und damit ermöglicht werden“, kritisiert MdB Remmers und ergänzt: „Als LINKE sind wir zu der Ansicht gelangt, dass man dieses Verfahren nicht regeln kann. Man muss es ausschließen.“ Damit unterstützt die Obfrau im Petitionsausschuss die Forderung einer Bürgerin, das Fracking-Verfahren in ganz Deutschland zu verbieten.
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=21039
Schulpolitik
LINKE fordert Gesamtschule
in Ahlen
auch wenn sich die Betonköpfe von der CDU letztendlich mit der Einrichtung einer Sekundarschule durchsetzten, als LINKE forderten wir eine zweite Gesamtschule für Ahlen und ernteten dafür auch durchhaus Zuspruch. Die Umfaller von SPD und Grünen waren schnell auf die Linie der CDU eingeschwenkt, so dass wir die einzigen im Rat der Stadt Ahlen, die eine zukunftsweisende Umgestaltung der Schullandschaft forderten.
Dafür hatte unsere Ratsfraktion einen Flyer entwickelt, in dem die wichtigsten Punkte noch einmal aufgezeigt wurden. Der Flyer wurde zusammen mit der LINKEN-NRW-Zeitung an Haushalte in Ahlen verteilt. Ausserdem trafen wir uns am 19.11. zu einem Infostand in der Ahlener Innenstadt und machten ordentlich Werbung für das Thema.
in Ennigerloh
Unser Ennigerloher Ortsverband hatte schon früh die Forderung nach einer Gesamtschule für die Drubbelstadt aufgestellt (Veranstaltung mit MdL Gunhild Böth im April). In den folgenden Monaten reifte dann auch bei den anderen Ennigerloher Parteien die Erkenntnis, dass das die beste Lösung für Ennigerloh sei. Letztendlich wird nun eine Gesamtschule in Zusammenarbeit mit Beckum eingerichtet.
Die dortige CDU jedoch, hat nun Angst um das Neubeckumer Kopernikus-Gymnasium. Und so streben sie einen Bürgerentscheid an, um den Fortschritt in der Schullandschaft zu verhindern. Man darf also weiter gespannt sein.
Blick über den Gartenzaun: Warendorf
Eine echte Provinposse konnte man in der Diskussion über die Schullandschaft in Warendorf erleben. Ähnlich wie in anderen Städten hatte auch Warendorf ein Gremium einberufen, dass die Chancen einer Umgestaltung der Schulen ausloten sollte. Dieses Expertengremium kam zu dem Schluss: Warendorf braucht eine Gesamtschule.
Im folgenden wurde eine Elternbefragung durchgeführt - mit dem Ergebnis: Der Großteil der Eltern wünscht sich eine Gesamtschule für ihre Kinder.
Doch im Bereich der Schulpolitik wird mit harten Bandagen gekämpft und so einfach ließen sich die Herrschaften der CDU ihre Pfründe nicht streitig machen. Man gab der Bevölkerung zu verstehen, dass sich "die Politik in so einer wichtigen Frage nicht aus der Verantwortung stehlen darf." Es wäre ja geradezu feige, wenn man sich als Lokalpolitiker auf die Meinung von Expertengremium und Elternbefragung berufen würde. Man hätte ja schließlich eine eigene Einstellung zu dem Thema und ausserdem ja auch im Rat das letzte Wort.
Letztendlich machten dann 5 Abgeordnete durch Stimmenthaltung den Weg frei für die neue Gesamtschule.
Rente
Weg mit der Rente erst ab 67
Es ist fünf vor zwölf, um die Rentenkürzung durch die Rente erst ab 67 zu verhindern – bereits ab Januar werden auch Menschen in der Region mit zusätzlichen Abschlägen bestraft.“ stellt Knud Vöcking, Sprecher der LINKEN im Kreis Warendorf anlässlich der Debatte im Bundestag zur Rente mit 67 in der letzten Woche fest.
Vöcking weiter: „Die Beschäftigungssituation Älterer ist niederschmetternd schlecht: gerade mal 9,3 Prozent aller 64-Jährigen und nur 5,5 Prozent der 64-Jährigen Frauen gehen einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung nach. Wer wie Reinhold Sendker, CDU, immer noch zur Rente mit 67 steht, schickt die Menschen sehenden Auges in weitere Rentenkürzungen.“
Dass selbst von der SPD-Fraktion 124 Abgeordnete gegen den LINKEN Antrag votierten stimmt Vöcking nachdenklich: „Gerade einmal 6 Sozialdemokraten nahmen die eigenen Parteitags-Beschlüsse ernst und stimmten der Aussetzung der Rente mit 67 zu. Das ist absolut inakzeptabel!"
Unser Programm
"Danke" an alle GenossInnen die mitentschieden haben!
Das Ergebnis des Mitgliederentscheids steht fest: 32.728 Ja-Stimmen, das entspricht 95,81 Prozent, wurden für das neue Parteiprogramm abgegeben. Es gab 668 Nein-Stimmen (1,96 Prozent) und 764 Enthaltungen (2,24 Prozent). 39 Stimmen waren ungültig. Insgesamt haben sich 34.199 von 69.886 Mitgliedern an dem Mitgliederentscheid beteiligt, das entspricht 48,86 Prozent.
Das ND hat einen Artikel zum Mitgliederentscheid veröffentlicht und hier gibt es das Programm zum nachlesen.
LINKE Termine
Offener Treff der LINKEN Ennigerloh
27. Dezember 2011, um 19.30 Uhr im HabRock-Cafe, Ennigerloh
LINKE Runde Ahlen
10. Januar 2012 20:00
Diskussionsrunde zu aktuellen politischen Themen. Jeden 2. Dienstag im Monat im Bürgerbüro
(siehe oben)
LINKER Treff in Ahlen
17. Januar 2012 20:00
im Bürgerzentrum Schuhfabrik, Ahlen
TREFF > DIE LINKE
geplante Mitgliederversammlungen
27. Februar 19:30 Uhr
24. März, 19.30 Uhr, in Ahlen
Dirks Kolumne
Schöne Bescherung
Beharrlichkeit kann eine gute Sache sein. Kann, muss aber nicht. Denn auch ein Stalker verfolgt sein Ziel mit Beharrlichkeit. Ärgerlich und vor allem nervig wird es, wenn jemand praktisch überführt beharrlich seine Verfehlungen leugnet. So hat zum Beispiel Jan Ullrich nach eigener Aussage nie gedopt. Und auch Karl-Theodor zu Guttenberg hat niemals abgeschrieben. Jawohl, Karl-Theodor zu Guttenberg. Frohlocket, der Plagiator aus dem niedrigsten Provinzadel meldet sich zurück. Seine Fans, die ihn liebevoll KT nennen, weil sie sich längere Namen nicht merken können, haben sehnsüchtig auf diesen Tag gewartet. Natürlich können diese Fans Otto Waalkes und Idi Amin nicht auseinanderhalten und finden, dass Grillanzünder für Linkshänder eine tolle Sache sind. Aber sei's drum. The Gutt is back. Diesmal ohne Haargel und Brille, aber dafür mit dem gleichen Geschwätz wie vorher. Er hat nicht abgeschrieben, alle anderen sind Schuld, seine Uni hat sich gegen ihn verschworen, die Erde ist eine Scheibe. Nun robbt sich KT nach seinem plötzlichen Fernsehauftritt in Kanada langsam wieder zurück nach Europa. In Brüssel wird er nämlich als Experte die EU-Kommission beraten. Nur zur Erinnerung: Seine Eignung für den Posten des Bundeswirtschaftsministers begründete er mit der Tätigkeit im familieneigenen Betrieb. Eine Firma die es in punkto Wirtschaftlichkeit gerade einmal mit einer mittelgroßen Pommesbude aufnehmen kann. Und ein kurzes Praktikum bei einer Zeitung reichte ihm aus, sich in seinem Lebenslauf als Journalist zu bezeichnen. Nun ist er Experte für Internetfragen (!) bei der EU-Kommission. Dort soll er Internetbloggern beibringen wie man mit dem Internet umgeht (*lach*). Das ist ungefähr so, als würde Karl-Theodor Albert Einstein in Physik unterrichten. Ich bin gespannt, was als nächstes kommt. Das neue Jahr kann lustig anfangen. Wenigstens etwas, auf das man sich freuen kann.
Schlusslicht
Der Psychologe und mehrfach preisgekrönte Kabarettist Georg Schramm hat in einem Interview mit den Aktivisten von WeAreChange(Switzerland) einmal ganz ohne Pointen und in keiner seiner bekannten Rollen (Rentner Dombrowski, Oberst Sanftleben, ...) sondern als er selbst gesprochen. Ich hab mir erlaubt diese hervorragenden Informationen und Meinungen zum besseren Verständnis zu bebildern. Diesmal nicht lachen: handeln!
und dann noch: Georg Schramm über die gezielte systematische Volksverdummung durch die heutige Medienlandschaft
Rote Redaktion WAF
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